„Denn nur gegessen werden sie nicht vergessen“

Eine kleine Geschichte der Landwirtschaft

Sabine vom Felderhof in Uttenheim ist eine echte Bäuerin mit Herz und es ist ein wahrer Genuss, sie auf Ihrem Hof zu besuchen. Ein echtes „Event“ ist es auch, wenn wöchentlich ihre Lieferung im Drumlerhof eintrifft: blaue-, rote-, gelbe- Beete; kleine-, große-, süße- Kartoffel, Kräutersalat, chinesische Artischocken und noch vieles, vieles mehr. Es gibt kaum etwas, das nicht in ihrem liebevoll gepflegten Garten wächst. Gespritzt wurde bei Sabine noch nie, dafür sind ihre fünf Entendamen zuständig, welche fleißig die Schnecken aus den Beeten verjagen. Auch Kühe und Hühner gibt es auf dem Felderhof, und nicht zuletzt Berni, der große Hofhund, der sich am meisten über einen neuen Besucher am Hof freut.
Das sogenannte „Saatgut“ liegt Sabine besonders am Herzen. Wir sprechen von lokalen Gemüsesorten, die in der Verarbeitung sehr aufwändig sind und keine Einheitsgrößen haben. Aber auch von Tierrassen, deren Haltung kompliziert ist. Lokales Saatgut verliert im Vergleich zu konventionellen Sorten und Rassen an Wert und ist von geringerer wirtschaftlicher Bedeutung. Früher war das Saatgut ein fixer Bestandteil von Feld, Hof und Küche und durch das Projekt „Denn nur gegessen werden sie nicht vergessen“, will Sabine in Zusammenarbeit mit Gastbetrieben das Saatgut wieder zurück in die Haushalts-, aber auch Hotelküche bringen.
Mit unserer Philosophie passt der Drumlerhof natürlich perfekt zu diesem Projekt und wir haben uns auch nicht lange bitten lassen, mit zu machen. Wobei ich erwähnen muss, dass uns Sabine schon seit mehreren Jahren beliefert und wir somit schon lange mit Saatgut arbeiten. Es gehört also auch zum Alltag, dass Gäste sich fragen, welches Gemüse sie denn auf Ihren Tellern liegen haben und wieso die Karotte so eine komische Farbe hat. Nicht nur die Gäste wundern sich, auch unser Küchenteam fragt sich oft, wie dieses Rübchen, welches neben der Tomate die nach Himbeere schmeckt liegt, verarbeitet werden soll. Umso kreativer also die Lieferung, umso mehr dürfen wir uns in unserer Speisenmanufaktur austoben. Unser Ziel ist es, mit den lokalen Gemüsesorten zu experimentieren, neue Kombinationen auszuprobieren und sie so in ein neues Licht zu rücken.
Besonders können wir den Felderhof durch das „solidarische Frühstücksei“ unterstützen. Wir haben von Sabine eine gewisse Anzahl an Hühnern gemietet. Es handelt sich dabei um eine alte Hühnerrasse, nämlich das Neutiroler Huhn. Durch die Miete der Hühner an uns wird es dem Felderhof ermöglicht, diese alte Tierrasse zu erhalten. Auch wenn sie verglichen mit einer hybriden Legehenne keine einheitliche Legeleistung an den Tag legen, können die Tiere artgerecht gehalten werden und im Drumlerhof gibt es dann eben das „Solidarische Frühstücksei“.
*Solidarische Landwirtschaft: Die Lebensmittel verlieren ihren Preis und erhalten so ihren Wert zurück. Wolfgang Stränz, Buschberghof
Wir sind stolz, ein Teil dieses Projektes zu sein. Aber nicht nur wir, sondern auch unsere Gäste sind Teil dieses Projektes und ermöglichen uns, die kleinen Kreisläufe zwischen Landwirtschaft und Tourismus wieder hochleben zu lassen! :-)
 
 
 
26.02.2019
Emma